back Tom Kannmacher macht Musik auf Gitarre und Deutscher Laute
| Ich habe mit 16 eine Gitarre gebaut, weil meine Eltern
meinten, ich hätte schon Geigenunterricht, da bräuchte ich
keine. Ich habe mich dann autodidaktisch für die Beat - Band -
Techniken gerüstet und in solchen Gruppen E - Gitarre ("Sologitarre")
gespielt. Ich habe dabei nicht mit Plektrum, sondern mit Fingerpicks gespielt. In meiner Blues - Ära ("Tom
Kannmacher's Modern Guitar Blues") habe ich selbstgebaute
akustische und elektrische 6 - und 12saitige Gitarren benutzt und
solo Blueskonzerte im süddeutschen Raum gemacht, bis ich meine
Drehleier 1972 fertig hatte und deutsche Lieder entdeckte. Ich
entschied mich 1971 für akustisches Musizieren und verkaufte die
ganze E - Ausrüstung. Seitdem habe ich keine Elektrogitarren
mehr benutzt. Nach dem Abbruch des Biologiestudiums entschied ich mich trotz meiner Verachtung und Abneigung gegenüber notierter Musik für ein Musikstudium und studierte nach einem vorberuflichen Musikstudium bei Fred Harz in der Rheinischen Musikschule Köln in Prof. Dieter Kreidlers Gitarrenklasse in Wuppertal und trat 1980 die Stelle an der Musikschule der (heute: Bundes-) Stadt Bonn an, die ich noch immer innehabe. Neben dem klassischen Gitarrenunterricht führte ich Liedbegleitkurse, Folk - Ensembles und Uilleann Pipes - Unterricht in den Lehrbetrieb ein und unterrichtete auch Folkgitarrentechniken. Für meine Konzerttätigkeit begann ich, mit der Konzertgitarrentechnik zu improvisieren und irische tunes und airs zu arrangieren, auch viele Melodien von Turlough Carolan. Den deutschen Liedern kann ich seit dem Niedergang der Deutsch - Folk - Bewegung 1980 immer noch etwas abgewinnen, weil sie zeigen, dass auch hierzulande einmal eine traditionelle Musikgrundlage existiert hat, auch wenn sie ständig unter einem starken Druck pflegender und "reinigender" Bemühungen stand und diese Verwässerung noch heute allgemeine Akzeptanz findet (Deshalb kann mir diese Musik nie Ersatz sein für die irische Musik). Ich sehe in der Beschäftigung mit der Gitarrenlaute (Bastardlaute, Lautengitarre, Wandervogellaute, Deutschen Laute) als einem traditionellen deutschen Instrument eine interessante Möglichkeit, deutsche Lieder solistisch überzeugend, seriös und qualitätsbewußt darzustellen. Das Programm "Deutsche Laute" wurde drei mal aufgeführt mit gutem Zuspruch. Es verlangt einigen Mut für einen Solisten, damit aufzutreten in einer Zeit , in der deutsche Volkslieder keine realistische Chance haben, als traditionelle Musik in gleicher Weise wie die des Auslandes aufgenommen zu werden. Ich würde gerne mehr solcher Konzerte machen, am ehesten im außerdeutschsprachigen Ausland, hierzulande aber nur auf ausdrücklichen Wunsch eines in meinem Sinne interessierten Veranstalters. Ich verstehe mich eher in der Tradition des Folk - Revivals als in einer allen Ländern wirksame Wiederbesinnung auf lokale Liedtradition, als als Nachfolger der alten Lautensänger in der 1. Hälfte des 20. Jhd. mit ihrem nationalistisch bis geschmacklos-schlagerhaften Bild vom Volks - Lied, das bis heute diesen Begriff prägt. Es hat schon etwas vermessenes, gegen eine ganze Nation anzusingen, die eine vollkommen andere Vorstellung von "volkstümlichem" Lied hat als die europäischen Regionen mit vital lebender traditioneller Musik. Am ehesten wäre mein Bild von dieser Liedkultur zu fassen unter "German volkslieder - Deutsche Folksongs". |