CD - Produktion des Reel Bach Consort in der Woche nach Ostern 2017

Nach einer langen Phase mit wenigen Konzerten und kaum erneuertem Programm weht nun ein mächtiger, frischer Wind durch die Proben des Reel Bach Consort:  Wir haben uns zu einer neuen CD - Produktion entschlossen, und plötzlich entstehen neue Stücke auf bisher nicht erreichtem Qualitätsniveau, sowohl kompositorisch als auch spieltechnisch und auch, was Besetzung und Arrangements angeht.

 

Konkret:

 

Zwei Mitglieder der Musikschul - Folkband "Young Folks" (2007 von mir gegründet, bis 2011 von mir unterrichtet, nach meinem Eintritt in  den Ruhestand  von Sabrina Palm in wunderbarer Kontinuität weiter angeleitet) sind als Gastmusiker schon für einige Konzerte in die Arrangements einbezogen: Nico Büscher (Whistle, Fiddle) und Alexander Froitzheim (Uilleann Pipes). Beide sind Ausnahmetalente, wie sie auch in Irland seinesgleichen suchen würden. Nico ist tonlich und technisch wie auch als Interpret auf der Höhe reifer altgedienter Musiker, und Alexander Froitzheim (Uilleann Pipes) spielt chromatisch geprägte Bach - Originalstimmen in atemberaubendem Tempo - solcherlei dürfte weltweit einmalig sein.

 

Ich habe in aufrichtiger Bewunderung einige Stimmen an diesen meinen meinen langjährigen Schüler (seit 9 Jahren ...?) abgegeben und suchte stattdessen neue Arbeitsfelder in den Arrangements. Gut vorbereitet durch die Stimmen im Musical "The Pirate Queen" (s.u.) für Whistle, habe ich die Flute hergenommen und eine Reihe neuer Stimmen in den neuen Stücken einstudiert. Ich habe mir einen anständigen Ansatz und die nötige Mundmuskelkondition erarbeitet und beginne, die verschiedenen Flutes in meinem Besitz auszuloten... Spannend, wie in jungen Jahren !

 

Im gleichen Zug kommen die Mandoline und  meine altes five - string - Banjo wieder zu Ehren. Ich spiele zusammen mit Sabrina ein Old Time - Stück (Mississippi Sawyers), das wie Faust aufs Auge zu "Actus Tragicus" und "Schafe können sicher weiden" passt.

 

In einigen Stücken wird meine Multidrone - Einrichtung auf den Uilleann pipes zu hören sein. (s. u.)

 

Ein Testkonzert mit dem neuen Stoff in St. Anna, Bachem, Bad Neuenahr-Ahrweiler, fürhte zu vollem Haus mit stehenden Ovationen, auch geschuldet einem Fake - Votrag, den ich zu den humorigen Stücken verlesen habe, anstatt der spontanen üblichen Folkkonzert - Ansageerzählungen.

 

Die neuen Stücke sind komplexer aufgebaut und gehen tiefer in Bachs Material hinein, gleichzeitig bringen sie die Stilistik der keltischen Musik (Es gibt jetzt auch Anleihen aus Schottland und der Bretagne !) in reinerer Form zum Ausdruck. Im Herbst 2017 wird die CD herauskommen - rechtzeitig zum Fest.

 

 

Neue Fassung im Februar 2016 des Schulwerks für Uilleann Pipes „Die Uilleann Pipes – Instrument – Spieltechnik – Musik“

 

Lange habe ich es vor mir hergeschoben, jetzt ist die neue Fassung des Schulwerks fertig und kann bei mir direkt bestellt werden. Sie ist bebildert und mit Gifftabellen und Zeichnungen versehen, und meine Innovationen der "erweiterten Mehrstimmigkeit" der Uilleann Pipes sind ausführlich dargestellt. Ansonsten habe ich viele alte und neue Einsichten zu Spieltechnik, Silistik, Pflege und Stimmen eingearbeitet. Textteil 111 engbedruckte Seiten, mit Grifftabellen, Notenteil 89 Seiten, CD. Dieses ist das einzige deutschsprachige Lehrbuch und meines Wissens das bei weitem gründlichste weltweit. Zu bestellen bei kannmacher@gmx.de.

 

Aus einer rätselhaften Krankheit wieder zurück ins volle Leben

 

Wer mich kennt, dem ist es aufgefallen: Mir ging es im Verlauf der letzten drei Jahre immer schlechter, mit einer  Schwäche der Beine, für die die Ärzte keine schlüssige Erklärung hatten. Nach langer Odyssee durch mehr oder weniger kompetente Arzpraxen gab es im Juli endlich die große Erlösung von der schwersten Krise meines Lebens: Man konnte eine Diagnose stellen:

Man fand eine arteriovenöse Fistel direkt am Rückenmark. Sie bedeutet, dass durch einen winzigen Gefäßfehler unbekannter Herkunft der hohe arterielle Druck des Blutes auch auf der venösen Seite direkt auf dem Rückenmark lastet, anstelle des normalerweise niedrigeren venösen Drucks, und so, unbehandelt, das Rückenmark sukzessive langsam über Jahre bis zur Querschnittslähmung geschädigt worden wäre. (http://www.aerzteblatt.de/archiv/36627).

 

Man hat dann aber am 13. Juli die Fistel verschlossen, also den Grund der Beschwerden beseitigt, so dass ich mit Übungen und Reha langsam wieder die geschädigten Nerven aufbauen kann und eine klare Lebensperspektive wiederhabe.

 

Seitdem sind die Genesungsfortschritte unübersehbar, wenn auch langsam.

 

Glücklicherweise hat dieses Leiden nie einen negativen Einfluss auf die Musizierfähigkeit gehabt. Sie ist mir ohne Abstriche erhalten geblieben, ja, das Musizieren wurde durch diese Mehrung von Lebenserfahrung eher vertieft und intensiviert. Es entstanden viele youtube – Beiträge, es wurden viele gute Konzerte gespielt und in Workshops und einzeln unterrichtet.

 

Ich danke all denen, die mich praktisch und vor allem auch moralisch und seelisch so mitfühlend unterstützt haben, Anteil genommen haben an meinem Problem und mir Kraft gegeben haben, beharrlich weiter nach der Ursache zu suchen !

 

 

Als Piper / Whistler im Orchester eines Musicals am Stadttheater  Nordhausen / Thüringen: The Pirate Queen

 

Hatte ich doch schon im Frühjahr 2016 die Anfrage, an diesem Musical mitzuwirken, krankheitsbedingt absagen müssen, so habe ich eine weitere Anfrage, übermittelt von Thomas Zöller, für den Herbst annehmen können, einfach, weil es mir zunehmend besser ging. Vor allem aber musste ich einfach zusagen, weil das Stück, das die aufregende Geschichte um die Piratin Grace O'Mally im 16. Jhd. beschreibt (Gráinne Uí Mháille, anglisiert Granuaile), mir sehr gut gefällt mit seiner gelungenen Mischung aus süffigen Orchesterklängen und keltischem Kolorit. Allerdings ist dies das anspruchsvollste Projekt, das ich je angegangen habe, denn es erwischt mich auf einer Ebene, auf der ich sehr ungeübt bin: Professionelle Orchesterarbeit. Aber man baut mir alle Brücken, und ich komme mit den ca. 100 Einsätzen in den 35 Stücken gut zurecht. Es wird ein grandioses Abenteuer für einen traditionellen Musiker (mit Musikstudium, gottseidank), und gleichzeitig ist es ein Stück Therapie für die krankheitsgepeinigte Seele.

 

Back to the Roots: Folksongs von hierzulande

 

Seit 1965 bin ich  fasziniert von traditionellen Liedern und Melodien verschiedener Länder Europas und in Übersee. In den 70er Jahren, nachdem ich irische Musik schon kennengelernt hatte, suchte ich die parallelen deutschen Volkslieder und interpretierte sie im Folk - Stil mit Drehleier, Banjo, Gitarre etc. Zusammen mit Gleichgesinnten trat ich eine kleine musikstilistische Welle los, den "Deutschfolk". auf der auch Hannes Wader und das Duo Zupfgeigenhansel surften. 1980 wurde diese Richtung von heute auf morgen altmodisch, und ich verlegte mich wieder aufs keltische Fach, das ich seitdem nicht mehr missen möchte.

Durch die dann folgenden Jahrzehnte mit irischer Musik ließen  mich  die Lieder meines Landes nie so ganz los.

Drei Konzerte habe ich jetzt mit dem neuen Programm mit deutschen Liedern und Tänzen:

 

Lieder aus der Tiefe der Zeit

 

gespielt, und oft hörte ich: Das musst du weitermachen ! Und das werde ich tun.

Mit der Gitarrenlaute (Bastardlaute, Lautengitarre, Gitarrenlaute, Wandervogellaute, Deutsche Laute, Harp Guitar) habe ich ein adäquates typisch hiesiges Instrument gefunden, um deutsche Lieder solistisch überzeugend, seriös und qualitätsbewußt darzustellen. Dabei lasse ich meine Erfahrungen mit den grooves von Blues und keltischer Musik in die Konzertgitarrentechnik einfließen. Dass die klassischen Gitarristen und Lautenisten für derlei nur Hohn und Spott übrighaben, ist mir dabei gleich. Sie messen mit anderen Maßstäben.

 

Dazu habe ich, durch diese Laute angeregt, meine kleinen deutschen Gitarren (gewöhnlich als "Wandergitarre" bezeichnet) mit Stahlsaiten bezogen und perfekt bundrein gemacht, so, wie ich sie aus meiner Jungschar - Jugendzeit kenne. Ich habe auf diese Weise einen Gitarrenklang entdeckt, den ich nicht mehr missen möchte. Man hat hier  de facto eine vom spanischen Baustil unbeeinflusste "überlebende" Biedermeier - Gitarrenbauart, aber für traditionelle Musik mit sehr dünnen Stahlsaiten bespannt.

Eine dieser Gitarren bekam eine 7. Saite in D, eine weitere 4 Basssaiten wie die Laute.

 

Aufregend auch die Entdeckung der Tanzbücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die von verschiedenen Enthusiasten lobenswert ins Netz gestellt wurden und deren Musik in Foren auch klingend präsentiert werden. Sie zeigen mir etwas, was ich nie geglaubt habe: Dass es eine Reihe von Tanzmelodien in Deutschland gab, die man auch zum Zuhören spielen kann, weil sie doch von der Komplexität her über Bi-Ba-Butzemann - Niveau erhaben sind. Und es zeigt sich, dass sie, wie die irischen Pendants, in mehreren Varianten über die Jahrhunderte tradiert wurden, und das bis weit ins 20. Jhd. hinein.

 

Mehr hierzu unter "Projekte".

 

 

3 sets Uilleann Pipes mit multidrone setup im Betrieb

 

Ich verfüge jetzt über drei full sets (c, cis, d) mit meinen Konstruktionen für erweiterte Mehrstimmigkeit der Begleitung durch e' - Klappe für die Regulatoren und jeweils 2 Bordungruppen, in Dd' oder Gd' und Aa, Hh, eh oder da. Diese Gruppen sind mit einem einzigen Schalter während das Spiels wechselbar. Das Ergebnis ist muskalisch überzeugend genug, um auch andere Spieler zur Bestellung zu bewegen - bei Pipemaker Andreas Rogge, der es in sein Angebotsprogramm aufgenommen hat. Das ganze ist detailliert in meinem Lehrbuch (s. u,) beschrieben.

 

Beispiele in youtube unter:

 

The geese in the Bog / Chicago Reel

https://www.youtube.com/watch?v=iWHfMuhpizE

 

Multidrone Uilleann Pipes: Coinleach glas an fhómhair / The Butcher's March

https://www.youtube.com/watch?v=iWHfMuhpizE

 

the Fairy Boy, Scotch Mary, on Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=Zlhr_FvBFkk

 

The Longford Tinker / Tom Busby's, on Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=uYH6t2KIdMs

 

The Fairy Girl / Wallop the Spot (Spot the Wallop) on Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=Qg5YqVwBfvg

 

Man of Aran and Toormore Slide on his multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=_KT0nYHu8xE

 

Multidrone Uilleann Pipes: Poll Ha`penny, Cutting Bracken

https://www.youtube.com/watch?v=dTCiY_hrgUw

 

Multidrone Pipes: The Banks of Lough Gowna, McGoldrick`s, The Cock and the Hen

https://www.youtube.com/watch?v=R0P_QLgBkYE

 

The Kid on the Mountain, on Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=F38khteGwYg

 

Johnny Cope, on Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=FoSdc8r-fiM

 

The Goblet of Wine, on Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=HTeOohxPvgI

 

Fermoy Lasses Hunter`s Purse on Kannmacher Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=CgwxarS18NM

 

The Lament for Staker Wallace, Multidrone Uilleann Pipes

https://www.youtube.com/watch?v=MGlkqKQcg4s

 

Wird ständig erweitert !

 

 

 

„Geschichten und Musik aus West – Irland“

 

Dies ist ein Programm mit Geschichten („Märchen“) aus Cill Rialaig, Kerry, Irland, die in den 1930ern von Séamus Ó Dúilearga nach dem Erzählen von Seán Í Chonaill irischsprachig aufgezeichnet worden sind, frei erzählt (auf Deutsch natürlich) und illustriert mit Musik auf Uilleann Pipes und anderen Instrumenten.

 

Ich habe es am 18. 8 2012 erstmalig aufgeführt. Ich habe drei Geschichten von Seán Í Chonaill erzählt: Wie Clusach Ó Fáile und Ceannuí Fiúnn den Horizont erforschen und im Tír na nÓg landen, wie Gabha an tSuic und Buachaill an tSaicéad Gorm die Schmiede - Szene aufmischen und wie Finn McCumhaill zu seinem Namen kam. Wie in einer Oper kamen dann Szenenmusiken und Zwischenspiele in kongenialer Stimmung von den Pipes (den cis - pipes mit wechselbaren Bordunen und sonst nicht gehörten Akkorden von den Regs mit e').

Nachher waren 2 Stunden vergangen und das Publikum war verzaubert. Und ich mit. Denn das Ganze fand statt im Kellergewölbe der Niederburg Niedermanderscheid / Eifel. Dank gebührt dem lokalen Verein Kleinkunst in Manderscheid KiM. Einen schöneren Raum hätte man für das Sujet nicht finden können !